Abstract

Marie Eugenie delle Grazies Drama Der Schatten wurde am 28. September 1901 im Wiener Hofburgtheater, einer der bedeutendsten Bühnen Europas, uraufgeführt, jedoch nach nur vier Vorstellungen abgesetzt. Das mit dem Bauernfeld-Preis ausgezeichnete Stück bildet den Zenit von delle Grazies literarischem Schaffen und beinhaltet Diskurse von hohem damaligem Stellenwert, die uns einen tieferen Einblick, vom Standpunkt der modernen Frau, ins Fin-de-Siècle Wien geben können. Das Drama und seine Dichterin wurden im Wien der Jahrhundertwende sowohl gefeiert als auch gerügt. Delle Grazie hatte mit Vorurteilen gegen sie als Frau und Dichterin, sowie mit der Kritik an ihrer unkonventionellen Dramaturgie zu kämpfen. Betrachtet man Der Schatten jedoch im Kontext der Zeit, wird schnell erkennbar, dass die Wiener Dichterin sich vorzüglich darauf verstand die Diskurse ihrer Zeit aufzugreifen und künstlerisch und unikal zu verarbeiten. Inhaltlich ist ihr Protagonist, der Dichter Ernst Werner, die moderne Antwort auf Goethes Faust. Werner ist der faustische Künstler, der sich in freudscher Fasson mit seiner dunklen Seite, seinem Schatten, auseinandersetzt. Dabei werden immer wieder Nietzsches philosophische Ideen thematisiert, insbesondere die des Übermenschen, der sich seine Welt neu erschafft. Darüberhinaus weist das Drama in seiner Darstellung ritualistische Charakteristen auf und erschöpft in seiner Thematik postmodernes Gedankengut, wie es im Film der Jahrtausendwende problematisiert wird.

Degree

MA

College and Department

Humanities; Germanic and Slavic Languages

Rights

http://lib.byu.edu/about/copyright/

Date Submitted

2008-09-18

Document Type

Thesis

Handle

http://hdl.lib.byu.edu/1877/etd2629

Keywords

der Schatten, Marie Eugenie delle Grazie, Fin-de-Siècle, Wien, Freud, Fight Club, Faust, Friedrich Nietzsche, David Fincher, Psychoanalyse, Traum

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